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Motivationsbetontes Lernen

Ein ganz besonders schönes Erlebnis hatte ich vor einigen Tagen. Ich besuchte eine alte Schulfreundin und musste noch etwas auf sie warten, weil sie gerade damit beschäftig war, auf ihrem Notebook Arbeitsunterlagen für ein Seminar zu erstellen.

Neugierig sah ich ihr bei der Arbeit zu … und staunte … Kein Schimpfen über die Kompliziertheit des Notebooks, kein Ausrasten beim Abspeichern der Texte und Anlegen neuer Ordner im Dateimanager. Dann noch kurz eine E-Mail an eine Arbeitskollegin. Freudestrahlend sah sie mich an und klappte das Notebook zu.

Hatte ich das da eben wirklich erlebt?

Im Kopf hatte ich die Susanne von vor fünf Jahren. Die alte Susanne wollte mit Internet und Textverarbeitungsprogrammen nichts zu tun haben. Jedes Mal wenn sie einen Brief im Word verfassen sollte, geriet sie aus der Fassung. Und etwas abspeichern – ojemine.

„Sag mal Susanne, habe ich das da eben wirklich erlebt?“, fragte ich sie und konnte mir ein Grinsen kaum verkneifen.

„Ja, da staunst du was? Es macht mir inzwischen richtig Spaß mit meinem neuen Notebook zu arbeiten. Stell dir vor, ich erstelle jetzt alle meine Arbeitsunterlagen mit dem Gerät und über die Cloud stelle ich sie dann meinen Kolleginnen zur Verfügung. Ist das nicht total toll!“

„Und seit wann, hast du so viel Spaß mit einem technischen Gerät?“, wollte ich wissen.

„Seit ich im Sozialen Dienst arbeite und entdeckt habe, was ich alles Tolles damit machen kann“, lachte sie.

Bingo! Genau, was ich immer sage. Wenn man beruflich etwas gefunden hat, was einem wirklich Spaß macht, ist das Aneignen der Werkzeuge und Methoden, die einem bei dieser Arbeit unterstützen ein Klacks. Motivationsbetontes Lernen ist die schönste Art zu lernen, denn man merkt nicht einmal, dass man lernt. Man weiß, was man will, begibt sich auf den Weg dorthin und freut sich über das Ergebnis.

Susanne und ich haben an diesem Nachmittag noch viel gelacht. Natürlich haben wir auch über die alten Zeiten geplaudert.

Und ich möchte heute nicht versäumen, Dich noch einmal auf das Buch „Frauen lernen anders“ hinzuweisen. Wir Frauen müssen wissen, was wir mit dem Lernen erreichen wollen, wofür wir das neue Wissen nutzen wollen. Es ist einfach so.