Zwischenzeit

Das Gedicht von der „Zwischenzeit“

Schon wieder Freitag. Wenn die Tage voller Alltag sind, kommt man oft wenig zum Nachdenken. Noch kostbarer sind die Momente der Besinnung. Trotzdem denke ich in den letzten Tagen immer wieder an das Gedicht „Zwischenzeit“.


Zwischenzeit

Wenn das Alte langsam vergeht,
dich der Hauch des Neuen umweht,
dann halt dich bereit,
jetzt beginnt die Zwischenzeit.

Wenn das Alte dich hält fest,
du weißt, dass das Neue kommt,
es sich aber noch nicht sehen lässt,
dann bleib ganz ruhig, es ist bald soweit,
dann ist Zwischenzeit.

Wenn sich Licht am Ende des Tunnels zeigt,
das Neue seinen Namen aber noch verschweigt,
dann habe Geduld, es ist bald soweit,
dann ist Zwischenzeit.

Wenn du gehst auf das Neue zu,
das Alte dich aber lässt nicht in Ruh,
dann freue dich, es ist bald soweit,
noch ist Zwischenzeit.

Wenn du Geduld brauchst und langen Atem,
dich fragst, was mit dir geschieht und
du musst warten und warten,
dann hab keine Angst und halt dich bereit,
denn noch ist Zwischenzeit.

Wenn das Neue zeigt sein Gesicht,
endlich Gestalt annimmt und seinen Namen ausspricht,
dann weißt du, jetzt ist es soweit,
vorbei ist die Zwischenzeit.

Telse Maria Kähler


aus dem Buch „Einfach Frau sein“  – Gedanken zur Zwischenzeit“